Inleap Photonics: 20 Millionen Euro für laserbasierte Drohnenabwehr
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Das deutsche Deep-Tech-Unternehmen Inleap Photonics hat eine Seed-Runde unter Führung von UVC Partners abgeschlossen. Damit hat das Startup aus Hannover nach eigenen Angaben insgesamt rund 20 Millionen Euro für seine laserbasierte Drohnenabwehr eingesammelt. Zum Investor:innenkreis zählen außerdem der High-Tech Gründerfonds (HTGF) aus Deutschland, Balnord aus Polen, Sentris aus Estland und Scale Capital aus Dänemark. Bereits zuvor hatte das Unternehmen eine Pre-Seed-Runde unter Führung des HTGF abgeschlossen und war Anfang des Jahres aus dem Stealth-Modus gekommen.
Inleap Photonics ist ein Spin-off des Laser Zentrum Hannover und entwickelt hochpräzise Laserstrahllenksysteme. Das Kernprodukt Fastlight Shield soll Drohnen innerhalb von Sekundenbruchteilen an identifizierten Schwachstellen neutralisieren, nach Unternehmensangaben augensicher und damit auch in urbanen und sicherheitssensiblen Umgebungen einsetzbar. Ein zweites System namens Fastlight HELD (High Energy Laser Drone) kombiniert den Lasereffektor mit einer geländegängigen unbemannten Bodenplattform (UGV) und einer C-UAS-Softwareplattform.
Wofür das Kapital verwendet wird
Das frische Geld fließt laut Unternehmen in vier Bereiche: den Aufbau und die Standardisierung von Fertigungs- und Prüfprozessen für beide Produktlinien, die Weiterentwicklung der Kerntechnologie, den Ausbau von Vertrieb und Service in Deutschland und Europa sowie in Qualitätssicherung und Zertifizierungen. Geplant sind zusätzliche Standorte in Deutschland und im europäischen Ausland.
„Unsere Technologie ist im Markt angekommen und verzeichnet einen starken Auftragseingang. Jetzt investieren wir in Fertigung, Qualitätssicherung, Sales und Service, damit wir die Nachfrage bedienen und unsere Systeme in größeren Stückzahlen liefern können“, sagt Gründer und CEO Marius Lammers. CTO und Mitgründer Felix Wellmann verweist auf die Anforderungen der Serienfertigung: Jede Einheit müsse unter denselben Bedingungen gefertigt, geprüft und abgenommen werden können.

Lead-Investorin Amanda Birkenholz von UVC Partners begründet das Investment mit der Dual-Use-Fähigkeit der Technologie: „Flughäfen, Energieanlagen und Rechenzentren brauchen denselben Schutz wie Verteidigungseinrichtungen.“ UVC Partners verwaltet rund 800 Millionen Euro und hat unter anderem in Isar Aerospace, Proxima Fusion, Q.ANT und Aleph Alpha investiert.
Zusammenarbeit mit der Bundeswehr
Als Kunden nennt Inleap Photonics das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) und den Cyber Innovation Hub der Bundeswehr. Im Frühjahr präsentierte das Unternehmen sein UGV-System erstmals öffentlich, und zwar bei der Technologieshow des Innovationszentrums der Bundeswehr auf dem Fliegerhorst Erding. Anlass war eine Produktsichtung für C-UAS-Systeme der NATO-UAS-Klassen I und II. Anwesend waren unter anderem Generalleutnant Christian Freuding, Inspekteur des Heeres, sowie Flottillenadmiral Christian Bock, Leiter des Drohneninnovationszentrums der Bundeswehr.
Die Bundeswehr sucht im Rahmen dieser Sichtung nach hochbeweglichen, einsatzreifen Systemen, die im dritten Quartal dieses Jahres in einem Szenario der Landes- und Bündnisverteidigung erprobt und ab 2027 geliefert werden können. Ob Inleap Photonics dabei zum Zug kommt, ist bislang offen.
Für die Bodenplattform arbeitet das Startup mit dem Unternehmen Hentschel System zusammen, die C-UAS-Software stammt vom Münchner Defence-Startup Stark, mit dem Inleap zusätzlich eine strategische Partnerschaft geschlossen hat. Stark selbst zählt inzwischen zu den größeren Lieferanten der Bundeswehr.
Wachsender Markt für Drohnenabwehr
Die Finanzierung fällt in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit für das Thema. Am Flughafen Leipzig/Halle wurden Anfang August mehrere Drohnen entdeckt, eine davon in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs und ausgestattet mit Sprengstoff und Zünder; die Ermittlungen übernahm der Generalbundesanwalt, deutsche Behörden vermuten Russland hinter den Vorfällen.
Entsprechend groß ist das Interesse von Investor:innen an Counter-Drone-Technologie. Erst kürzlich sammelte das ebenfalls deutsche Startup Tytan Technologies 30 Millionen Euro ein. Inleap Photonics positioniert sich in diesem Feld über den Laseransatz, der ohne Munition auskommt und laut Unternehmen Kollateralschäden vermeidet.


