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iPhone Duo: Erste Tests sehen Gadget für Early Adopter mit Problemen bei Apps und Knöpfen

Unfolded iPhone Duo showing the Slack app on its inner display
The unfolded iPhone Duo running Slack. © Apple

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Apples riskantestes iPhone seit Jahren ist ein Gerät für Gadget-Fans: So lässt sich das Urteil der ersten großen Reviews zum iPhone Duo zusammenfassen. Kurz vor dem Marktstart am Freitag haben The Verge und YouTuber Marques Brownlee (MKBHD) das erste faltbare iPhone ausführlich getestet. Beide loben das Innendisplay, das Scharnier und viele durchdachte Details. Beide sehen aber auch einen teuren Erstling mit spürbaren Kompromissen, vor allem bei den Apps.

Ein iPhone im Passformat

Das iPhone Duo ist ein breites Foldable im Reisepass-Format. Außen sitzt ein glänzendes 5,4-Zoll-Display, innen ein 7,6-Zoll-OLED mit 120 Hertz und matter Nano-Texture-Oberfläche. Beide Bildschirme haben dasselbe Seitenverhältnis von 1,4 zu 1, aufgeklappt liegt das Gerät also quer in der Hand. Angetrieben wird es vom A20 Pro, entsperrt wird mangels Platz für Face ID per Touch ID im Einschaltknopf.

Folded iPhone Duo showing a phone call screen on its outer display
The folded iPhone Duo with its 5.4-inch outer display. © Apple

Billig ist der Spaß nicht. In den USA startet das Duo bei 1.999 Dollar, in Österreich kostet es ab 2.319 Euro, mit 2 TB Speicher sind es 3.819 Euro. Wer jetzt bestellt, wartet bis Ende Jänner.

The Verge: „Nur für Early Adopter“

Bei The Verge hat ein Zweierteam mit Senior Reviewer Allison Johnson das Duo im Video-Review getestet. Ihr Fazit: Das Gerät sei das interessanteste Apple-Produkt seit Jahren, weil es das iPhone grundlegend neu denkt, zugleich aber eines der unfertigsten. Die meisten Menschen sollten noch nicht zugreifen, das Duo sei wohl noch mindestens ein Jahr Feinschliff vom Ziel entfernt. Der Test vergleicht es mit dem ersten MacBook Air, das niemanden überzeugte und erst nach einem Redesign die Branche eroberte.

Das Kernproblem sehen die Tester:innen beim Außendisplay. Es sei so klein, dass man das Duo für fast alles aufklappen müsse, und genau dafür seien die Apps noch nicht bereit. Bei Android-Foldables sei es umgekehrt: Dort lohne sich das Aufklappen oft kaum.

MKBHD: „Poliert an den Rändern, rau im Kern“

Marques Brownlee beschreibt das Duo in seinem Review-Video als Gerät, das an den Rändern sehr poliert, im Kern aber noch rau sei. Die Animationen, das Scharnier und das Innendisplay seien hervorragend, das Gewicht und die App-Situation dagegen typisch erste Generation. Sein Bild für das Gerät: ein iPad mini mit 120-Hertz-OLED, das in die Hosentasche passt, für 2.000 Dollar. Für die meisten iPhone-Nutzer:innen, die vor allem chatten und durch Social Media scrollen, lohne sich das nicht. Wer das Geld locker hat und Lust auf etwas Neues, bekomme aber ein Telefon, das nach der Eingewöhnung richtig Spaß mache.

Die Vorteile

  • Mattes Innendisplay: Beide Tests feiern die Nano-Texture-Oberfläche als Highlight. Sie schluckt Spiegelungen und lässt den Falz weitgehend verschwinden, ganz unsichtbar ist er aber nicht.
  • Scharnier: Der Widerstand ändert sich beim Öffnen, das Duo bleibt laut MKBHD stabiler halb offen stehen als jedes andere Foldable. Aufgestellt wird es automatisch zum Standby-Display mit Uhr oder Wecker.
  • Durchdachte Animationen: Der Wechsel zwischen den Displays erklärt Neulingen intuitiv, was passiert. Apps laufen beim Auf- und Zuklappen nahtlos dort weiter, wo man war.
  • Optimierte Apps glänzen: Wo Entwickler:innen nachgezogen haben, etwa bei Instagram Edits, Flighty, Netflix oder Apples Bücher-App, zeigt das Duo laut The Verge sein Potenzial.
  • Multitasking: Zwei Apps lassen sich nebeneinander öffnen und wie ein Buch zu einem Paar verbinden, etwa um Codes von einer App in die andere zu kopieren.
  • IP68 und MagSafe: Das Duo ist voll staub- und wasserdicht und unterstützt MagSafe. Beides fehlt dem Konkurrenten Galaxy Z Fold8 in dieser Form.
  • Akku und Leistung: MKBHD beendete die meisten Tage noch mit mehr als 30 Prozent Akku. The Verge kam auf durchwachsenere Werte, Johnson hatte nach sechseinhalb Stunden Bildschirmzeit noch rund 30 Prozent.

Die Nachteile

  • Preis: Mit mindestens 2.319 Euro in Österreich ist das Duo das teuerste iPhone, ohne die besten Kameras oder Pro-Funktionen zu bieten.
  • Kleines Außendisplay: Laut The Verge wirkt es eher wie ein Statusdisplay. In Messages sieht man mit eingeblendeter Tastatur oft nur zwei, drei Nachrichten.
  • Unfertige Apps: Die meisten Apps sind nicht angepasst. Sie zeigen außen einen schwarzen Balken und laufen innen als winzige iPhone-Apps. iPad-Apps gibt es nicht, Google-Apps wie Gmail oder Maps sind noch nicht optimiert.
  • Kein Face ID: Touch ID entsperrt laut MKBHD mit eingebauter Verzögerung, die er nicht abschalten konnte. Die Lautstärketasten oben sind je nach Haltung schwer zu finden.
  • Dick und schwer: Das Galaxy Z Fold8 ist laut MKBHD deutlich dünner und rund 20 Prozent leichter, einhändig ist das Duo schwer zu bedienen.
  • Kamera-Kompromisse: Der Hauptsensor ist kleiner als beim iPhone 18 Pro, ein Teleobjektiv fehlt. Die Selfie-Kamera unter dem Innendisplay nennt MKBHD schlicht schlecht.
  • Hitze und Bugs: The Verge erlebte, dass das Duo bei längerer Kameranutzung heiß wurde und ruckelte. MKBHD berichtet von Hängern bei den Animationen zwischen den Displays.

Konkurrenz von Samsung

Der wichtigste Gegner ist das Galaxy Z Fold8, das Samsung einige Monate vor Apple auf den Markt gebracht hat und das ebenfalls auf das breite Passformat setzt. Es ist dünner, leichter und laut The Verge mit dem Außendisplay angenehmer zu bedienen, dafür aber nur nach IP48 geschützt und ohne MagSafe. Apple punktet dagegen mit dem besseren Innendisplay und dem stabileren Scharnier.

Beide Tests sind sich einig, dass das Duo mit jedem App-Update besser wird. MKBHD rechnet damit, dass die meisten großen Apps in rund einem halben Jahr angepasst sind. Ob Apple beim Format die richtigen Entscheidungen getroffen hat, wird sich laut The Verge aber erst mit der zweiten Generation zeigen.

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