US-Regierung: Nvidia-Chef hatte Beziehung zu mutmaßlicher chinesischer Spionin
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Er führt den mächtigsten KI-Konzern der Welt, und jetzt glaubt die US-Regierung, dass er mit einer chinesischen Spionin liiert war: Laut der Financial Times gehen US-Beamt:innen davon aus, dass Nvidia-CEO Jensen Huang eine romantische Beziehung mit Alice Huang hatte, einer Managerin des Nvidia-Kunden Megaspeed. Der US-Geheimdienst hält sie für eine Agentin des chinesischen Ministeriums für Staatssicherheit. Für Nvidia, das an der Börse mehr als 4 Billionen Dollar wert ist, wird der Fall damit zum Problem an der Spitze.
Ein Memo vor dem Gipfel in Peking
Grundlage ist laut FT ein Memo, das US-Beamt:innen heuer auf Basis von Geheimdienstinformationen verfasst haben. Darin heißt es, Jensen Huang sei mit Alice Huang romantisch verbunden gewesen. Verwandt sind die beiden nicht. Das Memo ging an einen kleinen Kreis hochrangiger Regierungsmitglieder, und zwar kurz bevor Präsident Donald Trump im Mai zum Gipfel mit Xi Jinping nach Peking reiste. Weißes Haus und CIA wollten sich dazu nicht äußern. In sozialen Medien kursieren seit einiger Zeit Fotos und Videos, die die beiden gemeinsam zeigen.
Erst am Freitag hatte die New York Times nachgelegt: Alice Huang, auch bekannt als Huang Le, habe direkt für Chinas Geheimdienst gearbeitet. Ihr Auftrag soll unter anderem gewesen sein, den Nvidia-Chef dazu zu bringen, sich für den Export von Hochleistungschips nach China starkzumachen. Die Operation läuft laut NYT seit mindestens 2024. Ende Oktober hatte die Zeitung erstmals berichtet, dass US-Geheimdienste die Megaspeed-Managerin für eine Informantin Pekings halten und sie engen Kontakt zu Jensen Huang hatte.
Megaspeed und die Chips für China
Megaspeed ist 2023 aus einem chinesischen Gaming-Konzern hervorgegangen und sitzt in Singapur. Das Unternehmen steht im Verdacht, Hochleistungschips von Nvidia unter Umgehung der US-Exportkontrollen nach China geschmuggelt zu haben. Nvidia hatte dazu eine interne Untersuchung durchgeführt und keine Hinweise auf Fehlverhalten gefunden. Die US-Regierung ermittelt inzwischen gegen mehrere Firmen, vor allem in Südostasien, die Chips nach China schleusen sollen. Die Sorge in Washington: Mit modernen KI-Chips könnte China seine Armee schneller modernisieren.
Pikant ist der Fall auch deshalb, weil Jensen Huang heuer persönlich bei Trump dafür lobbyiert hatte, Nvidias H200-Chips nach China liefern zu dürfen. Laut FT zeigen sich nationale Sicherheitsbeamt:innen intern frustriert über den Nvidia-Chef.
Ein enger Vertrauter des Präsidenten
Jensen Huang hat sich seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit mehrfach mit dem Präsidenten getroffen. Wie eng der Draht ist, zeigt eine Episode vom Mai: Als Trump zum Gipfel nach China flog, war Huang zunächst nicht unter den Konzernchef:innen an Bord der Air Force One. Als Trump davon erfuhr, rief er Huang laut FT persönlich an. Der Nvidia-Chef flog daraufhin nach Alaska und stieg bei einem Zwischenstopp in die Präsidentenmaschine zu. Im September saß er beim Staatsbankett, das Trump für Xi bei dessen US-Besuch gab.
Jetzt wird der Fall zum Thema im Kongress. Führende Republikaner:innen haben Huang aufgefordert, hinter verschlossenen Türen vor den Ausschüssen des Repräsentantenhauses für China, Außenpolitik und Geheimdienste auszusagen. Sie wollen wissen, was es mit der mutmaßlichen Spionageoperation auf sich hat und welche Sicherheitsvorkehrungen Nvidia getroffen hat. Laut NYT ist ein vertrauliches Briefing für Mitte November geplant.
Nvidia schweigt, Peking dementiert
Bewiesen ist bislang nichts, und alle Informationen stammen von anonymen Quellen. Nvidia wollte sich weder zum Memo noch zu der angeblichen Beziehung äußern. Das Unternehmen hatte zuvor erklärt, Jensen Huang treffe jedes Jahr Tausende Führungskräfte von Kund:innen. Nvidia-Sprecher John Rizzo sagte der NYT, das Unternehmen gebe keine vertraulichen Informationen an Kund:innen weiter, und die Kontakte seien „nicht ungewöhnlich“. Alice Huang war für keine Stellungnahme erreichbar. Die chinesische Botschaft in Washington nannte die Berichte unbegründet und „nichts als Verleumdungen gegen China“.

