Klimakrise: Treibhausgase kletterten 2025 auf neue Höchstwerte
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Die Atmosphäre führt Buch, und sie kennt kein Zurückspulen: Die drei wichtigsten Treibhausgase haben 2025 neue Rekordwerte erreicht, und das Klima wird die Folgen noch über Jahrhunderte spüren.
Das hat die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am Dienstag in ihrem neuen Treibhausgas-Bulletin mitgeteilt. Laut den UN-Meteorolog:innen lagen die Konzentrationen von Kohlendioxid, Methan und Lachgas allesamt auf Höchstständen seit Beginn der Messungen. Der Anstieg werde langfristig zu weiteren Temperaturerhöhungen auf dem Planeten führen.
Die Zahlen im Überblick
Das Bulletin misst, wie viel der Gase in der Atmosphäre steckt, und nicht, wie viel neu ausgestoßen wird. Die Werte für 2025:
- Kohlendioxid: 426,8 ppm (Teile pro Million), das sind 153 Prozent des vorindustriellen Niveaus vor 1750. Beim Start des Bulletins im Jahr 2004 waren es 377,5 ppm.
- Methan: 1.948 ppb (Teile pro Milliarde), 267 Prozent des vorindustriellen Werts.
- Lachgas: 339,1 ppb, 126 Prozent des vorindustriellen Werts.
Nach dem Strahlungsindex der US-Behörde NOAA hat sich die wärmende Wirkung aller langlebigen Treibhausgase zwischen 1990 und 2025 um 56 Prozent erhöht. Rund 81 Prozent dieses Zuwachses gehen auf CO2 zurück. Auch das extrem langlebige Gas Schwefelhexafluorid (SF6), das etwa 24.300 Mal stärker wärmt als CO2, erreichte einen Rekordwert.
Kleinerer Sprung, hohes Niveau
Die CO2-Konzentration stieg von 2024 auf 2025 um 2,8 ppm. Das ist weniger als der Rekordsprung des Vorjahres von mehr als 3,5 ppm, liegt aber über dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre von 2,6 ppm. In den 1960er-Jahren waren es nur 0,8 ppm pro Jahr.
Dass der Zuwachs kleiner ausfiel, führt WMO-Wissenschaftlerin Oksana Tarasova auf die Erholung der natürlichen CO2-Speicher an Land und auf geringere Waldbrand-Emissionen nach dem starken El Niño 2023/24 zurück. Etwa die Hälfte des jährlich ausgestoßenen CO2 bleibt in der Atmosphäre, der Rest wird von Land und Ozeanen aufgenommen. „Ein Anstieg um 2,8 ppm ist trotzdem ein erheblicher Kohlenstoffeintrag durch das Verbrennen fossiler Energie“, so Tarasova.
WMO-Vizegeneralsekretärin Ko Barrett fasst es so zusammen: „Wieder ein Jahr, wieder ein neuer Rekord.“ Die Treibhausgase hielten so viel Wärme in der Atmosphäre wie nie zuvor und lieferten die Energie für mehr Extremwetter. Jedes zusätzliche ppm zähle, weil es zusätzliche Wärme einfange.
Für 2026 erwartet die WMO einen weiteren Anstieg, bedingt durch fossile Brennstoffe und einen sich entwickelnden El Niño. Das aktuelle Super-El-Niño hat zuletzt schon Temperaturrekorde im tropischen Pazifik gebrochen. Die WMO-Daten liefern zugleich die Grundlage für die Verhandlungen bei der Weltklimakonferenz COP31 im türkischen Antalya, die im November stattfindet.
Die Folgen sind längst spürbar
Wie sich die Erwärmung auswirkt, zeigte der vergangene Sommer: In Europas Städten kostete die Hitze laut zwei Studien mehr als 50.000 Menschen das Leben, rund zwei Drittel davon gehen auf den Klimawandel zurück. Und der UN-Umweltbericht Emissions Gap Report kam erst kürzlich zum Schluss, dass sich die 1,5-Grad-Grenze nicht mehr ohne Überschreitung halten lässt. Mit der aktuellen Politik drohen demnach 2,8 Grad.
Chinas Emissionen stagnieren
Die Konzentrationen in der Atmosphäre hinken den Emissionen hinterher, weil das CO2 dort Jahrzehnte bis Jahrhunderte bleibt. Bei den Ausstößen gibt es einen Lichtblick: Laut einer Analyse im Fachportal Carbon Brief stagnieren oder sinken die CO2-Emissionen des größten Emittenten China seit März 2024. Für 2025 insgesamt schätzt der Autor Lauri Myllyvirta vom Centre for Research on Energy and Clean Air einen Rückgang von etwa 0,3 Prozent. Die Stromerzeugung aus Solar legte um 43 Prozent zu, aus Wind um 14 Prozent, und die Kohleverstromung sank um 1,9 Prozent.
Die Analyse nennt auch Einschränkungen: Ohne den Zuwachs in der Chemieindustrie wäre der Rückgang mit rund 2 Prozent deutlicher ausgefallen. Die Emissionen liegen nur knapp unter dem Höchststand von Anfang 2024, ein kleiner Rebound könnte sie wieder darüber heben. Offiziell plant China den Höhepunkt erst „vor 2030“.

