Erste Bank-Studie

Österreichs KMU: Optimistisch im Betrieb, kritisch beim Standort

Daniel Rath und Gerda Holzinger-Burgstaller von Erste Bank und Sparkassen präsentierten die KMU-Studie © Erste Bank
Daniel Rath und Gerda Holzinger-Burgstaller von Erste Bank und Sparkassen präsentierten die KMU-Studie © Erste Bank

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Österreichs KMU senden ein widersprüchliches Signal: 65 Prozent blicken optimistisch auf die kommenden zwei bis drei Jahre, gleichzeitig beurteilen 55 Prozent die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Vergleich zu anderen EU-Ländern als schlechter. Das zeigt die aktuelle KMU-Studie 2026 von IMAS International im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen.

Unternehmergeist bleibt intakt

Insgesamt 900 Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 2 und 50 Millionen Euro nahmen an der Umfrage teil. Dabei zeigt sich: Der Unternehmergeist bleibt intakt, doch die Kritik am Standort verschärft sich. Mit 604.000 Unternehmen, 2,46 Millionen Beschäftigten und 56 Prozent der heimischen Wertschöpfung bilden KMU das Fundament der österreichischen Wirtschaft.

„Die vergangenen Jahre haben Unternehmen enorm gefordert. Umso bemerkenswerter ist es, dass zwei Drittel der heimischen KMU weiterhin optimistisch bleiben. Österreichs Unternehmer:innen vertrauen auf ihre Innovationskraft, ihre Anpassungsfähigkeit und die Stärke ihrer Betriebe. Der Unternehmergeist ist stärker als die Krisenstimmung“, sagte Gerda Holzinger-Burgstaller, CEO der Erste Bank Oesterreich, bei der Präsentation der Ergebnisse am Dienstag. Trotz Konjunkturflaute, geopolitischer Unsicherheiten und steigender Kosten plant mehr als die Hälfte der Betriebe Investitionen. Mehr als die Hälfte beurteilt ihr Marktumfeld heute als schwieriger als noch vor zwei bis drei Jahren.

Regulierung und Bürokratie belasten am stärksten

Besonders belastend wirken aus Sicht der Unternehmen regulatorische Anforderungen und Bürokratie, steigende Energiepreise sowie höhere Personal- und Lohnkosten. 74 Prozent empfinden das Ausmaß staatlicher Regulierung als zu hoch. Der Arbeitskräftemangel bleibt ein zentrales Thema. „Die Unternehmen glauben an ihre Betriebe, sehen aber deutlichen Verbesserungsbedarf bei den Rahmenbedingungen. Planungssicherheit, wettbewerbsfähige Kostenstrukturen und weniger Bürokratie sind entscheidende Voraussetzungen, damit Unternehmen investieren und wachsen können“, sagt Daniel Rath, Unternehmenskundenvorstand der Erste Bank Oesterreich.

AI-Bedeutung verdoppelt sich innerhalb eines Jahres

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen setzen die KMU auf Innovation: 63 Prozent sehen in Digitalisierung und Automatisierung große Chancen, 61 Prozent in Forschung und technologischer Innovation. Besonders dynamisch entwickelt sich die Wahrnehmung von Künstlicher Intelligenz: Bereits 34 Prozent der österreichischen KMU halten AI heute für wichtig für ihren Betrieb – 2024 lag dieser Wert noch bei 19 Prozent.

Damit folgt Österreich einem europaweiten Trend: Laut Eurostat setzten 2025 bereits 20 Prozent der Unternehmen in der Europäischen Union mit zehn oder mehr Beschäftigten KI-Technologien im Geschäftsbetrieb ein, ein Anstieg um 6,5 Prozentpunkte gegenüber 2024. „Österreichs Mittelstand sucht die Antwort auf neue Herausforderungen nicht im Stillstand, sondern in Innovation und Weiterentwicklung“, so Rath.

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Erste unterstützt KMU mit Wachstumsmilliarde

Rund 57 Prozent der heimischen KMU planen, in den kommenden zwei bis drei Jahren in die Zukunft ihrer Unternehmen zu investieren. Um diesen Gestaltungswillen zu unterstützen, stellen Erste Bank und Sparkassen mit der Wachstumsmilliarde insgesamt eine Milliarde Euro an Finanzierungsmitteln bereit. Die Initiative zielt auf Digitalisierung, Automatisierung, Modernisierung von Produktionsanlagen und innovative Technologien.

„Es mangelt den Unternehmen nicht an Ideen oder Investitionsbereitschaft. Wer investieren will, braucht aber Planungssicherheit und die passenden Finanzierungsmöglichkeiten. Genau hier setzen wir mit der Wachstumsmilliarde an“, sagt Holzinger-Burgstaller. Die Studie wurde zwischen 24. Februar und 27. März 2026 durchgeführt und ist repräsentativ nach Bundesländern, Branchen und Unternehmensgröße.

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