Tekever: Portugals Drohnen-Startup ist jetzt 5,5 Milliarden Euro wert
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Europas Rüstungsboom hat einen neuen Star, und der kommt ausnahmsweise nicht aus Deutschland. Das portugiesisch-britische Drohnen-Startup Tekever hat soeben rund 500 Millionen Euro (580 Millionen US-Dollar) in einer Series-D-Runde eingesammelt, bei einer Bewertung von rund 5,5 Milliarden Euro (6,4 Milliarden US-Dollar), wie Tech.eu berichtet. Und das ist erst der „First Close“, es könnte also noch mehr Geld nachkommen.
Wer investiert
Angeführt wird die Runde von der schottischen Investmentfirma Baillie Gifford und UC Investments, dem Vermögensverwalter der University of California. Für die US-Universität ist es laut Quartz die erste direkte Investition in Europa. Dazu kommen folgende Geldgeber:innen:
- Neu an Bord: Merlyn Advisors, geführt vom ehemaligen britischen Verteidigungsminister Ben Wallace.
- Bestandsinvestoren: Crescent Cove, Ventura Capital und Iberis Capital.
Wallace liefert auch gleich die politische Begründung: „Europas Sicherheit wird zunehmend davon abhängen, ob es Technologieunternehmen aufbauen kann, die schnell innovieren, industriell skalieren und Fähigkeiten liefern“, sagt er laut Resilience Media.
Fast fünfmal so viel wert wie vor 16 Monaten
Bemerkenswert ist das Tempo: Im Mai 2025 wurde Tekever noch mit 1,32 Milliarden US-Dollar bewertet und stieg damit zum Unicorn auf. Seitdem hat sich der Wert fast verfünffacht. Insgesamt hat das Unternehmen von Gründer und CEO Ricardo Mendes nun mehr als eine Milliarde Euro an externem Kapital eingesammelt.
Tekever baut KI-gestützte, autonome Aufklärungsdrohnen für Militär und zivile Einsätze wie Grenzschutz und Seeüberwachung. Die wichtigsten Modelle:
- AR3 und AR3 EVO: Kleinere, modular aufgebaute Drohnen, die unter anderem in der Ukraine im Einsatz sind.
- AR5: Das größere System fliegt rund 20 Stunden am Stück und trägt bis zu 50 Kilogramm Nutzlast.
Der größte Auftrag kommt aus Großbritannien: Das britische Verteidigungsministerium hat Tekever für das Programm Corvus ausgewählt, eine Aufklärungslösung für die British Army auf Basis der AR5 mit einem Volumen von bis zu 400 Millionen Pfund über zehn Jahre. Außerdem hat Tekever erst kürzlich das schottische Schwerlastdrohnen-Startup Flowcopter übernommen.
Wofür das Geld fließt
Mit dem frischen Kapital will Tekever international expandieren, die Produktion ausbauen und mehr in Forschung und Entwicklung stecken. Dazu kommen weitere Übernahmen: Mendes will sich gezielt nach Zukäufen im Verteidigungssektor umsehen. „Das ist eine starke Bestätigung für unsere Technologie, unser Team und unsere langfristige Vision“, sagt Mendes.
Europas Drohnen-Elite wächst
Tekever reiht sich damit in eine Gruppe europäischer DefenseTech-Firmen ein, die in Rekordtempo Kapital einsammeln. Der Münchner KI-Rüstungskonzern Helsing soll bald rund 15 Milliarden Euro wert sein, der deutsche Drohnenhersteller Quantum Systems hat erst kürzlich 1,2 Milliarden US-Dollar geholt, und auch Stark Defence spielt mit einer möglichen Bewertung von 2,5 Milliarden Euro inzwischen in der Oberliga. Helsing und Stark haben zudem gemeinsam Aufträge der Bundeswehr über 540 Millionen Euro an Land gezogen.
Der Treiber ist überall derselbe: Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, wie entscheidend günstige, autonome Drohnen auf dem Schlachtfeld sind, und Europas Staaten erhöhen ihre Verteidigungsbudgets massiv. Tekever hat den Vorteil, dass seine Systeme bereits im Einsatz erprobt sind und mit Großbritannien ein großer Kunde langfristig an Bord ist.








