Neobank

Revolut knackt 500.000 Kund:innen in Österreich, AT-IBAN kommt 2027

A hand holding a Revolut card to a payment terminal
Revolut wants to become Austrians' main bank. © Revolut

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Die litauische IBAN war für viele bisher der größte Haken an Revolut, ab 2027 ist sie Geschichte: Die Neobank hat soeben die Eintragung ihrer österreichischen Niederlassung abgeschlossen und baut damit eine eigene lokale Einheit auf. Gleichzeitig hat Revolut in Österreich die Marke von 500.000 Kund:innen überschritten. Im November 2024 waren es noch 250.000, die Zahl hat sich also in zwei Jahren verdoppelt.

Damit zählt sich Revolut zu den führenden Digitalbanken im Land. Das erklärte Ziel ist ambitioniert: Revolut will die Hauptbank der Österreicher:innen werden, „von den täglichen Ausgaben über das Sparen bis zum Investieren“. Weltweit zählt das Fintech mehr als 80 Millionen Kund:innen.

Was sich für Kund:innen ändert

Mit dem Start der österreichischen Einheit, geplant für 2027, ändert sich für Kund:innen einiges:

  • Österreichische IBAN: Kund:innen bekommen eine österreichische Kontonummer. Gehalt, Lastschriften und Daueraufträge laufen dann lokal. Bestehende Kund:innen sollen ab dem ersten Halbjahr 2027 automatisch in die österreichische Einheit wechseln.
  • Steuer auf Zinsen: Beim Tagesgeldkonto führt Revolut die Kapitalertragsteuer (KESt) künftig automatisch ab. Bisher mussten Kund:innen die Zinsen selbst in der Steuererklärung angeben, mit dem Sondersteuersatz von 25 Prozent.
  • Aufsicht: Als österreichische Niederlassung unterliegt Revolut zusätzlich der Aufsicht durch die Finanzmarktaufsicht (FMA) und die Oesterreichische Nationalbank (OeNB).

Rechtlich bleibt die Niederlassung Teil der Revolut Bank UAB mit Sitz in Litauen, die mit ihrer europäischen Banklizenz in der ganzen EU tätig sein darf. Für Einlagen gilt deshalb weiterhin die litauische Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person.

Was offen bleibt

Nicht alles wird mit der Niederlassung einfacher. Laut einer Analyse von broker-test.at betrifft die Umstellung nur Konto und Tagesgeld. Aktien und ETFs verwaltet weiterhin die Revolut Securities Europe UAB in Vilnius, das Depot bleibt damit vorerst nicht steuereinfach. Dividenden, Kursgewinne und ETF-Ausschüttungen müssen Anleger:innen also weiterhin selbst in der Steuererklärung angeben. Ob Revolut auch hier umbaut, ist offen.

Unklar ist laut broker-test.at außerdem, wie viele der 500.000 Kund:innen das Konto tatsächlich aktiv nutzen. Revolut nennt dazu keine Zahlen. Offen ist auch, ob die litauische IBAN nach dem Wechsel parallel weiterläuft oder ob Kund:innen Daueraufträge und Lastschriften selbst umstellen müssen.

Neobanken rücken näher an Österreich

Revolut folgt damit einem Trend: Digitalbanken und Neobroker holen sich die österreichische IBAN, um das Steuerthema zu lösen und zur Hauptbank zu werden. Trade Republic führt über seine österreichische Niederlassung bereits seit April 2025 die KESt ab. Zuletzt eröffnete Scalable Capital eine Bankniederlassung in Wien, samt österreichischer IBAN und automatischer KESt. Und auch die heimischen Banken rüsten auf: Die Post-Bank bank99 startete erst kürzlich mit business99 ins Geschäft mit kleinen Unternehmen, die Erste Bank verkauft in George inzwischen sogar eSIM-Datentarife, wie es Revolut vorgemacht hat.

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